Felgenprofi: ein zweites Leben für legendäre Felgen

Andreas Kurz et une De Tomaso Mangusta bleue sur jantes Campagnolo

In Höri bei Bülach im Kanton Zürich setzen Andreas Kurz und sein Team Felgen instand, die viele bereits als verloren betrachten. Bei Felgenprofi erhalten eine Alltagsfelge und eine seltene Motorsport-Rarität dieselbe Sorgfalt. Legends Magazine hat ihn im Oktober besucht.

Andreas Kurz und ein De Tomaso Mangusta auf Campagnolo-Felgen
Andreas Kurz und der De Tomaso Mangusta auf seinen restaurierten Campagnolo-Magnesiumfelgen.

Die Felge gehört zur Identität des Wagens

Bei einem Oldtimer sind die Felgen kein Detail. Fuchs am Porsche 911, Campagnolo aus Magnesium am De Tomaso Mangusta, OZ am Ferrari F40: Jedes Modell hat seine eigenen, und ein Kenner erkennt sie auf den ersten Blick. Wer moderne Repliken montiert, verliert an Authentizität und oft auch an Wert.

Die Werkstatt geht deshalb von einer einfachen Idee aus: restaurieren statt ersetzen. Ihr Leitsatz sagt es auf seine Weise: «Wir erfinden das Rad nicht neu – wir machen es besser.» Die Kunden kommen aus der Schweiz und aus dem Ausland, oft nach anderen, erfolglosen Versuchen.

Porträt von Andreas Kurz, Inhaber von Felgenprofi
Andreas Kurz, Inhaber von Felgenprofi.

Über 400 m² nur für Felgen

In Höri arbeitet die PANTHERA-Shop Felgenprofi GmbH auf über 400 m². Die Werkstatt repariert Felgen, stellt den Rundlauf wieder her, veredelt und schützt sie. Sie bearbeitet ein- und mehrteilige Felgen, vom Klassiker bis zum Rennwagen. Dazu kommen massgefertigte Schmiedefelgen und ein Reifenservice.

Am Anfang steht eine Prüfung: Rundlauf, Materialzustand, Risse, Korrosion, frühere unsachgemässe Reparaturen. Danach folgen das Entlacken, das Entfernen der Korrosion, die Reparatur und schliesslich das Finish, originalgetreu oder nach Kundenwunsch: Lack, Pulverbeschichtung, Polieren oder Bürsten. Das Ziel bleibt dasselbe: den Wert der Originalfelge, ihre Sicherheit, ihre Festigkeit und ihre Traglast zu erhalten.

Felgenprofi sagt auch klar: Nicht jede Felge darf oder kann instand gesetzt werden. Eine verformte Felge muss zuerst vor Ort aufgespannt, geprüft und vermessen werden, bevor entschieden wird.

Magnesium, die grosse Spezialität

Magnesium ist leicht, aber korrosionsanfällig. Seine Bearbeitung verlangt fundiertes Materialwissen, Präzision und die richtigen Verfahren. Es ist auch das Thema, das Sammler am meisten begeistert: Viele alte Felgen laufen nicht mehr rund, sind beschädigt und oxidiert, und der Lack blättert ab.

Felgenprofi zeigt das an den Campagnolo-Felgen eines De Tomaso Pantera GTS. Die alte Beschichtung wird Schicht für Schicht chemisch entfernt, bis das blanke Magnesium freiliegt. Danach trägt die Werkstatt eine eigene Spezialgrundierung auf, die die Oxidation stoppt und das Metall isoliert. Die weitere Arbeit reicht je nach Felge vom kontrollierten Schleifen bis zur Keramikbeschichtung. Die Prioritäten bleiben: Sicherheit, Originaltreue und Werterhalt.

Oxidierte Technomagnesia-Felge bei der Ankunft in der Werkstatt
Bei der Ankunft: eine von Zeit und Oxidation gezeichnete Felge.

Ein Ferrari Daytona und seine Technomagnesia-Felgen

Die Bilder auf dieser Seite zeigen die Technomagnesia-Felgen eines Ferrari 365 GTB/4 Daytona, vom Anlieferzustand bis zum fertigen Radsatz. Wenn Oxidation den Lack unterwandert und das Metall Flecken bildet, ist es Zeit zu handeln. Bei einem historischen Fahrzeug entscheidet die Qualität der Felgen über Werterhalt, Sicherheit und Authentizität.

Für Andreas Kurz ist eine historische Felge nicht irgendein Teil, sondern ein Stück Kulturgut. Material, Zustand und Machart werden analysiert, bevor die Schäden behoben werden. Dann folgen die chemische Entlackung, strukturwahrende Reparaturen und die originalgetreue Farbgebung. Das Ziel ist nicht nur ein schöner Look, sondern der Erhalt der Felge in ihrer technischen und historischen Integrität.

Vier Felgen mit fünf Speichen, blankes Metall, auf dem Werkstattboden
Der Radsatz während der Restaurierung.
In einer Kabine der Werkstatt aufgehängte Felge
Eine Felge, aufgehängt in der Kabine.
Zwei restaurierte Technomagnesia-Felgen auf einem Werkstattgestell
Zurück auf dem Werkstattgestell, mit dem Technomagnesia-Schriftzug.
Kompletter Satz von vier restaurierten Technomagnesia-Felgen
Der fertige Radsatz.
Ferrari 365 GTB/4 Daytona im Rennsport-Look
Ferrari 365 GTB/4 Daytona.

Von Lola bis Cobra

Der Daytona ist kein Einzelfall. Die Werkstatt hat auch die kompletten Radsätze eines Lola T142 der Formel 5000 und eines Porsche 964 für den Rennsport restauriert. Ihre Website zeigt ausserdem Fuchs-Felgen eines Porsche 911, Halibrand-Felgen einer AC Cobra 427/SC und einen Radsatz eines Lancia Stratos.

Für einen Sammler ist die Rechnung einfach. Ein Oldtimer lebt von seinen Originalteilen. Sie zu erhalten heisst, seine Geschichte und seinen Wert zu bewahren.

Felgenprofi auf einen Blick

PANTHERA-Shop Felgenprofi GmbH
Grabackerstrasse 2, 8181 Höri
Telefon: +41 44 876 09 80
Dienstag bis Freitag: 9.00–12.00 und 13.30–19.00 Uhr. Samstag: 9.00–12.00 Uhr.
Website: felgenprofi.ch · Video-Präsentation

Fotos: Felgenprofi

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